Am 14. Mai 1971 konnte dann auch das neue Gerätehaus in Anwesenheit des Bürgermeisters Meyerholz und des Kreisbrandmeisters Sievers seiner Bestimmung übergeben werden. Zum gleichen Zeitpunkt erfolgte die offizielle Übergabe des neuen Tanklöschfahrzeugs. Die Gemeinde hatte insgesamt für die Modernisierung der Wehr und die Verbesserung des Feuerschutzes die Summe von etwa 200.000 DM investiert. im Juni ließen sich der Bürgermeister und eine Delegation von Harpstedt Gerätehaus und Tanklöschfahrzeug vorführen als Beispiel für die eigene Gemeinde.
Die Bewährungsprobe des neuen Fahrzeuges erfolgte schon am 27.Juli 1971 als ein Wohn- und Wirtschaftsgebäude an der B322 in Seckenhausen durch Blitzschlag in Brand geriet. Der Brand konnte in kürzester Zeit unter Kontrolle gebracht werden.
1972 zeichnete sich bereits die Gemeindereform ab, die für Seckenhausen und seine Wehr erhebliche organisatorische Veränderungen mit sich brachte. Am 8. Februar wurde Heinrich Budelmann für seine 40jährige Mitgliedschaft geehrt. Hermann Ellinghausen, Heinrich Lohmann, Johann Daneke, Dietrich Käting und Heinrich Lammers konnten gar auf ein halbes Jahrhundert bei der Freiwilligen Feuerwehr zurückschauen.
Gegen Ende des Jahres wurde durch die Anschaffung einer Funkanlage die technische Ausstattung der Wehr verbessert. Damit konnte die Einsatzfähigkeit entscheidend verbessert werden weil die Informationsübermittlung nun wesentlich weniger Zeit in Anspruch nahm als vorher.
Im April 1973 konnte die Wehr von Seckenhausen erneut ihre Einsatzfähigkeit und ihr Können unter Beweis stellen als es zu einem Großbrand im Reifenlager der Firma Meyer und Bolte kam. Als Ursache wurde Brandstiftung vermutet. Während der Löscharbeiten, die von Drehleitern aus und mit den neu angeschafften Tankfahrzeugen durchgeführt wurden, verbreitet sich die Schreckensmeldung, dass ein Kind vermißt wurde, welches angeblich noch in dem brennenden Wohnhaus schlafen sollte. Der Verdacht bestätigte sich dann aber doch nicht. Nachbarn hatten das Kind bereits in Sicherheit gebracht.
Im Mai wurden dann zwei Großübungen veranstaltet. Durch den Brand in der Reifenfirma hatte sich gezeigt, daß Notwendigkeit eines schnellen Eingreifens und einer guten Zusammenarbeit auch bei möglichen Brandfällen in anderen Seckenhausener Firmen bestand. Daher wurde ein Großbrand der Firma Wittenberg und bei der Firma Lerbs angenommen. Zur Übung gehörte ebenfalls, daß die Sekkenhausener Wehr festzustellen hatte, daß sie den Brand allein nicht bekämpfen konnte. Mit Hilfe der neuen Funkanlage wurden weitere Feuerwehren herbeigerufen. Schließlich standen insgesamt 90 Mann zur Verfügung, die ihre Aufgabe glänzend bewältigten.
Im Juni 1973 feierte die Wehr ihr 60jähriges Bestehen mit einem Tag der offenen Tür, an dem die gesamte Gemeinde Gelegenheit hatte, die Fahrzeuge und den Stand der technischen Ausrüstung zu begutachten. In seiner Festrede ging der Kreisbrandmeister auf die bevorstehenden Veränderungen ein, die sich durch die Gemeindereform ergeben sollten.
Am 22. April 1974 wurde der Ortsbrandmeister Günter Hägedorn von Groß-Mackenstedt von Vertretern der 6 Feuerwehren aus der neu geschafften Großgemeinde Stuhr zum neuen Gemeindebrandmeister dieser Großgemeinde gewählt. Die wichtigste Aufgabe bestand für ihn in der Koordination der 6 Feuerwehren, die in den Ortsteilen zwar selbständig bleiben, die aber nun für die gesamte Großgemeinde zur Verfügung stehen müssen. Im Zuge der Neuwahlen für die Ortskommandos innerhalb von Stuhr stellte sich Heinrich Budelmann erneut zur Wahl. Danach Bestimmungen der Leiter des Ortskommandos auf 6 Jahre gewählt werden mußte und H. Budelmann schon im 64. Lebenjahr stand, wurde am 12. 9. 1974 gleich der Nachfolger des alten Ortsbrandmeisters gewählt. Friedel Lübkemann wurde der offizielle Stellvertreter und kommender „Ortsteilbrandmeister“. Da F. Lübkemann das Amt 1975 antreten sollte, wurde Hans-Heiner Lampe zu seinem Stellvertreter gewählt.
In der Brandschutzwoche im Oktober 1974 stellte sich die Wehr von Seckenhausen im Rahmen eines großen Umzuges mit anderen Feuerwehren der neuen Gemeinde Stuhr und einem Tag der offenen Tür erneut der Öffenlichkeit vor. Am 29. 10. 1974 fand die offizielle Amtseinführung der neuen Ortsbrandmeister statt. Alle durften sich in das goldene Buch der Gemeinde eintragen. Die 6 Feuerwehren der Gemeinde Stuhr konnten nun insgesamt 250 Mann zur Brandbekämpfung aufbieten. Damit nahm Stuhr einen führenden Platz innerhalb des Landkreises ein. Noch war der Landkreis Syke gemeint. Aber auch hier zeichnete sich schon eine Anderung ab.
Die Ausrüstung der Wehr mit Atemschutzgeräten und die Einsatzübungen mit diesen schweren Geräten stellten eine weitere Verbesserung des Brandschutzes in Seckenhausen im Laufe des Jahres 1974 dar. Unmerklich hatte sich hier eine technische Revolution vollzogen. Die Bergung von Menschen und Gegenständen in brennenden Gebäuden mußte bisher ohne ausreichenden Atemschutz rasch abgebrochen werden. Durch die Verwendung von Pressluftflaschen wurde es nun möglich, viel länger als bisher Rettungsmaßnahmen in einem von Rauch erfüllten Gebäude vornehmen zu können.
1975 wurde dann durch Anschaffung eines Rüstwagens, der allerdings für die gesamte Gemeinde Stuhr gedacht war und in Groß Mackenstedt stationiert ist, die mögliche Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen verbessert. Seither ist das Fahrzeugaufkommen von Jahr zu Jahr gestiegen, und die Hilfe der Feuerwehr bei Unfällen ist mindestens so wichtig geworden wie der rasche Einsatz in Brandfällen.
Durch den extrem heißen und trockenen Sommer 1975 kam es zu ausgedehnten Bränden in der Lüneburger Heide. Die Feuerwehr von Seckenhausen wurde ebenfalls vom Gasthof Uhlhorn in Asendorf zur Brandbekämpfung in den Naturpark Südheide in Marsch gesetzt.
Am 2. 9.1975 wurde Heinrich Budelmann zum Ehrenbrandmeister der Gemeinde Stuhr ernannt. Er hatte nun 18 Jahre lang als Ortsbrandmeister in Seckenhausen im aktiven Dienst gestanden. Der Gemeindedirektor Rendigs dankte ihm hierfür in einer Rede. Eine besondere Überraschung war ein Ständchen des Spielmannszuges der Jugendfeuerwehr von Bassum. An bemerkenswerten Einsätzen waren in diesem Jahr die Löscharbeiten bei dem Großbrand des Hofes von HerbertAhrens in Seckenhausen zu Ostern sowie die Teilnahme an einer Großübung auf dem Firmengelände der Firma Cordes und Graefe zu nennen.
1977 wurde das Alarmierungssystem der gesamten Gemeide Stuhr verbessert. Es wurde eine Anlage installiert, die alle Alarmsysteme innerhalb der Großgemeinde über ein Funksignal in Gang setzen kann. Eine ortsteilbezogene Auslösung des Sirenentons ist ebenfalls möglich. Damit wurde die bisherige Praxis aufgehoben, die so aussah, daß jemand in dem Haus, auf dessen Dach sich die Meldestelle befand, auf den Dachboden laufen müßte, um die Sirene per Knopfdruck auszulösen. Dies hatte zuweilen zu Pannen und Ausfällen geführt. Damit war es nun vorbei.
Im Rahmen der Brandschutzwoche wurde am 24. 10. 1977 eine Großübung durchgeführt, bei der eine Flugkatastrophe auf dem Bremer Flughafen mit anschließenden Detonationen im Gewerbegebiet Stuhrbaum angenommen wurde. 49 Fahrzeuge und 250 Wehrmänner beteiligten sich an dieser Übung. Die gute Zusammenarbeit der Seckenhausener Wehr und ihr wirksamer Einsatz wurden ein weiteres Mal unter Beweis gestellt.
Die Seckenhausener Wehr konnte in diesem Jahr auf 41 aktive Mitglieder zurückgreifen. Am 2. 2. 1978 war dann die beschriebene Umstellung des Alarmsystems abgeschlossen. Beim ersten Probealarm mußte noch ein Feuerwehrmann neben jeder Sirene stehen, der dann per Funkgerät meldete, ob die Sirene auch wirklich ordnungsgemäß funktioniert hatte. Die Technik versagte nicht.
Anläßlich der Jahreshauptversammlung am 22. 1. 1979 führte der Ortsbrandmeister Friedel Lübkemann aus, daß die Wehr im Jahre 1978 insgesamt 1500 Stunden für Arbeiten und Dienste abgeleistet hatte. Daran soll einmal verdeutlicht werden, welches Opfer an Arbeit und Zeit die einzelnen Mitglieder der Wehr während eines Jahres erbringen. Der stellvertretende Ortsbrandmeister Hans-Heiner Lampe wurde für seine 25jährige Zugehörigkeit zur Seckenhausener Wehr geehrt.
Auch im neuen Jahrzehnt führten das bereits bewährte Team, bestehend aus Friedel Lübkemann als Ortsbrandmeister und Hans-Heiner Lampe als sein Stellvertreter, die Ortswehr von Seckenhausen.
Für das Jahr 1980 war die Anschaffung eines neuen Löschfahrzeuges vorgesehen. Die Gemeinde Stuhr hatte dazu die finanziellen Voraussetzungen geschaffen. Das Fahrzeug sollte als Ersatz für das Löschgruppenfahrzeug 8, Marke Opel, dienen. Es handelte sich immerhin um einen Veteranen mit der Erstzulassung von 1956!
Am 15. 10. 1980 war es dann soweit. Ein Fahrzeug des Types Magirus-Deutz wurde von der Ordnungsamtleiterin Dagmar Linke dem Seckenhausener Ortskommando übergeben. Bei der Schlüsselübergabe trug sie sogar ein Gedicht vor, in dem der gesamte Werdegang, der der Anschaffung des Fahrzeuges vorangegangen war, geschildert wurde. Bei der Anschaffung hatte die Ortswehr Wünsche äußern dürfen. Daher war die Freude nun um so größer, als der Schlüssel des LF 8 an den Ortsbrandmeister übergeben wurde. Das neue LF 8 wurde gründlich besichtigt und auch sofort einer Sitzprobe unterzogen. Auch der Preis sollte nicht verschwiegen werden: die Gemeinde gab dafür 80.000 DM aus.

