Das Jahr 1981 kann im Rückblick als eines der ruhigsten für die Ortswehr angesehen werden. Ein Garagenbrand in Wulfhoop und ein ausgebrannter Pkw auf der B51 bei „KreuzMeyer“ stellten wahrhaftig keine große Herausforderung dar. Fast schwieriger als der Ernstfall war die Katastrophenübung vom September, bei der der Absturz einer Frachtmaschine beim Abheben vom Bremer Flughafen angenomemen wurde. 604 Feuerwehrleute, darunter die Seckenhausener Ortsfeuerwehr, waren bei der „Brandbekämpfung“ in Stuhrbaum eingesetzt.

Auf der Jahreshauptversammlung am 18. 1. 1982 konnten alle Mitglieder der Wehr zufrieden auf das vergangene Jahr zurückblicken: 42 aktive Mitglieder standen zur Verfügung, 1800 Stunden Dienst waren geleistet worden, und auch der Kassenwart konnte einen positiven Bestand melden. Für ihre 25jährige Mitgliedschaft wurden Bruno Haske, Heinrich Lampe und Helmut Rottmann von Gemeindebrandmeister Hägedorn ausgezeichnet.

Am 3.3.1982 fand im Rahmen einer Gemeindekommandositzung eine Ehrung statt, die bei einer Ortswehr wirklich selten ist: Heinrich Budelmann wurde mit dem Gemeindeehrenteller für seine 50jährige Mitgliedschaft bei der Wehr geehrt!

Als besonders erfreuliche Entwicklung konnte in diesem Jahr festgestellt werden, daß sich viele Jugendliche bei der Feuerwehr engagierten. Von der viel beklagten „Null-BockHaltung“ konnte in Stuhr nicht die Rede sein. Die Feuerwehr wurde jedenfalls nicht von Nachwuchssorgen geplagt! Erwähnenswert waren die zahlreichen Aktivitäten der Ortswehr, die (wie in anderen Jahren auch) neben der eigentlichen Aufgabe der Brandbekämpfung und den dazu notwendigen Übungen zu verzeichnen waren: die Ortswehr führte die sich in Abständen wiederholende Altkleidersammlung durch, stellte Brandwachen bei damals noch anzumeldenden Osterfeuern und half bei Reitturnieren mit.

Eine für die Ortswehr besonders unangenehme Erscheinung mußte in Seckenhausen besonders in diesem Jahr festgestellt werden. Es kam zu einer Anzahl von Fehlalarmen, die für irgendwelche Partygäste offensichtlich ein besonderer Spaß sein sollte.

Am 18. 7.1983 kam es durch das Abbrennen eines abgeernteten Feldes an der Autobahn zwischen Groß-Mackenstedt und Groß-Ippner zu einer sehr intensiven Rauchentwicklung, die einen ähnlichen Effekt für die Autofahrer hatte wie dichter Nebel. Durch plötzliches Bremsenmannöver infolge der Sichtverschlechterung kam es an dieser Stelle zu einem Massenauffahrunfall. Lastwagen und Pkw’s verkeilten sich ineinander und fingen sofort Feuer. Gemeinsam mit 4 Ortswehren der Gemeinde wurde hier die Seckenhausner Wehr ebenfalls eingesetzt. Hilfe kam aus Delmenhorst, Harpstedt und Wildeshausen. Selbst der Bezirksbrandmeister der Region Weser-Ems war an der Unfallstelle. Neben den Löscharbeiten mußten Rettungs-, Bergungs- und Aufräumarbeiten durchgeführt werden. Die Autobahn war stundenlang gesperrt. Vier Tote und 11 Verletzte waren zu beklagen, der Sachschaden war kaum zu schätzen. Die Arbeit der Feuerwehr und der Polizei wurde durch das Heer der Schaulustigen stark behindert.

Am 24. 9. 1983 stand die Halle einer Eisenbiegerei an der B6 in Brinkum in Flammen. Wegen der nahegelegenen Tankstellen wurden weitere Löschzüge als die von Brinkum und Groß-Mackenstedt angefordert, die aber nicht einzugreifen brauchten. Die Halle brannte ab, Maschinenpark und Stahlmaterial wurden vernichtet.

Am gleichen Tag brannte der Reiterhof Birkenhof in Fahrenhorst nieder. Die Seckenhausener Wehr mußte von Brinkum-Nord sofort zu diesem Großbrand ausrücken. Als Ursache des Feuers konnte eine Brandstiftung rasch nachgewiesen werden. Das Amtsgericht in Syke hatte am gleichen Tag die Zwangsversteigerung des Anwesens verfügt!

Am 24. 11. 1983 ging das Amt des Gemeindebrandmeisters von Günter Hägedorn auf Rudolf Dahnken über, der sein Amt sofort mit dem jährlichen Probearlarm (diesmal in Heiligenrode) antrat. Das Jahr ging mit einer erneuten Brandbekämpfung auf dem Birkenhof in Fahrenhorst zuende. Dort wurden durch eine erneute Brandstiftung auch noch die letzten intakten Gebäudereste vernichtet.

Das Jahr 1984 stellte nur geringe Anforderungen an die Ortswehr. Sie wurde lediglich zur Bekämpfung von kleineren Bränden gerufen. Dafür stieg die Zahl anderer Hilfeleistungen.

Durch zahlreiche Übungen und Lehrgänge konnte der Ausbildungsstand der Ortswehr im Verlaufe des Jahres verbessert werden. So wurden Sprechfunk- und Atemschutzeinsatzlehrgänge durchgeführt. Auch die Ausbildung an der Kettensäge oder die Einweisung von Fahrzeugen gehörte zu diesen Übungen.

Die Ausweitung der Industriegebiete innerhalb der Gemeinde, aber auch die Vielzahl und Unterschiedlichkeit der dort angesiedelten Unternehmen machten 1985 eine genaue Durchsicht auf mögliche Brandgefahren oder die Entstehung schädlicher oder giftiger Dämpfe nötig. Jede Ortswehr innerhalb der Gemeinde Stuhr wurde aufgefordert, mögliche Gefahrenquellen aufzuspüren und auch eine Einschätzung darüber zu geben, wieviele Kräfte im Ernstfall erforderlich sein würden. Besonders wichtig war es, im Rahmen einer solchen Durchsicht, Lage und Zustand der einzelnen Löschwasserstellen zu inspizieren. Diese Aufgabe wurde auch in Seckenhausen sorgfältig erfüllt.

Im Rahmen der Brandschutzwoche 1985 wurde eine große Fahrübung veranstaltet, an der 250 Fahrzeuge teilnahmen, die schließlich alle an der Schützenhalle Brinkum geparkt wurden. Oberkreisdirektor Heise war selbst anwesend, um die Brandschutzwoche zu eröffnen. Bei dieser Gelegenheit überstellte er zwei Motorräder an die Erkundungs- und Lotsengruppe in Stuhr und Weyhe, um deren Einsatzfähigkeit zu verbessern.

Auf der Jahreshauptversammlung 1986 wurde Alfred Knief für seine 40jährige Mitgliedschaft bei der Ortswehr von Sekkenhausen geehrt. Außerdem erfolgte die Übergabe des neuen TSF (Tragkraftspritzenfahrzeug) durch die Leiterin des Ordnungsamtes, Frau Linke-Uhlhorn. Ein großes Lob erhielt die Ortswehr durch den stellvertretenden Bürgermeister Joppe, der die Bedeutung der Feuerwehr für eine dörfliche Gemeinschaft herausstellte. Die Seckenhausener Wehr sei sehr gut ausgebildet und für den Brand- und Katastrophenfall bestens gerüstet. Die Gemeinde wolle alles tun, um diesen Stand durch die Anschaffung von modernem Gerät zu halten.

Ein Ereignis am 25. 5. 1986 gehört fast in den Bereich des Anekdotischen, wenn es für den Beteiligten nicht (zumindest finanziell) schmerzlich verlaufen wäre: auf der B51 in Seckenhausen brannte ein Hanomag Kurier aus dem Jahr 1934 aus! Dem Oldie konnte selbst die sofort alarmierte Ortswehr nicht mehr helfen!

Außer einigen kleineren Einsätzen wurde die Ortswehr in der zweiten Hälfte des Jahres nicht besonders gefordert.

Am 3. 7. 1987 vollzog sich ein Wechsel an der Spitze der Ortswehr von Seckenhausen. Der langjährige Ortsbrandmeister Friedel Lübkemann gab seinen Rücktritt aufgrund beruflicher Veränderungen bekannt.

Neuer Ortsbrandmeister wurde nach der ordnungsgemäß durchgeführten Wahl Hans-Heiner Lampe. Zu seinem Stellvertreter wurde Jens Hillman gewählt, der zu den Jüngeren innerhalb der Ortswehr gezählt wird. Die offizielle Verabschiedung durch den Gemeindedirektor erfolgte am 5. 9. 1987.

Obwohl die Arbeit der Feuerwehr allgemein geschätzt und anerkannt wird, gibt es doch Leute, die ein Feuerwehrgerätehaus als bloße Ansammlung wertvoller und nützlicher Gegenstände betrachten. So wurde das Seckenhausener Gerätehaus im August und nochmals im November Ziel unbekannter Einbrecher, die es besonders auf Funkgeräte und Werkzeug abgesehen hatten.

Die am 26. 10. 1987 angesetzte Katastrophenübung zeigte deutlich, daß der Feuerwehr im Laufe der Jahre eine neue Aufgabe zugewachsen ist: der Umweltschutz. Angenommen wurde das Austreten von Sauergas aus einer Bohrstelle in Ristedt. Durch das Zuführen von Wasser wurde zunächst das Ausströmen des Gases unterbunden. Daneben mußte die Feuerwehr die Aufgabe übernehmen, die Gaskonzentration in der Luft zu messen, um eine Überschreitung des Grenzwertes sofort feststellen und die nötigen Maßnahmen bis hin zur Evakuierung der Bevölkerung durchführen zu können. Es war ein Krisenstab von 15 Personen gebildet worden, die hervorragende Teamarbeit leisteten. Eine weitere Aufgabe in Sachen Umweltschutz wurde erneut für die Ortswehr bei einer Übung in der Industriestraße am 18. 11. gestellt, als ein – angeblich – durch Schweißarbeiten verursachter Brand zu löschen war. Einige Tonnen mit kennzeichnungspflichtigen Chemikalien mußten dabei in Sicherheit gebracht werden. Daran wird deutlich, daß durch die vielfältige Verwendung chemischer Produkte die Arbeit der Feuerwehr eher schwieriger als leichter geworden ist.