Im Februar 1974 übergab Heinz Käting die Führung der Wehr an seinen, von der Mitgliederversammlung gewählten, bisherigen Stellvertreter Alfred Ehlers. Zu seinem Stellvertreter wählte die Mitgliederversammlung Alfred Detken. Die bisherigen Betitelungen Gemeindebrandmeister und stellvertretender Gemeindebrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Heiligenrode, wird mit der Gemeindereform und dem Zusammenschluß der Freiwilligen Feuerwehren in der neuen Gemeinde Stuhr zur „Gemeinde Feuerwehr Stuhr“ in Ortsbrandmeiter und stellvertretender Ortsbrandmeister umbenannt.
„Freiwillige Feuerwehr Heiligenrode“ wurde „Freiwillige Feuerwehr Stuhr-Ortsfeuerwehr Heiligenrode“.

Das Jahr 1974 ist das Jahr der Gemeinde- und Gebietsreform im Lande Niedersachsen. Es wurden kleine Gemeinden zu Groß- oder Einheitsgemeinden zusammen gelegt und unter eine Kommunalführung gestellt. Wir gehören seit dem 01. März 1974 zur Gemeinde Stuhr, sowie auch die ehemaligen politischen Gemeinden Brinkum, Fahrenhorst, Gr.Mackenstedt, Seckenhausen und Stuhr. In den Anfängen der größeren Einheiten gab es hier und da schon mal Probleme, denn keiner wollte ein Verlierer sein. Bei der Feuerwehr gab es keine Probleme beim Start in eine neue Führungsstruktur. Die bisherigen Gemeindefeuerwehren wurden „Ortsfeuerwehren“ und in der neuen „Gemeindefeuerwehr Stuhr“ zu einer leistungsfähigen Einheit zusammen geschlossen. Die Ortsbrandmeister und die stellvertretende Ortsbrandmeister gehören dem neuen Gemeindekommando an, das von dem Gemeindebrandmeister und dem stellvertretenden Gemeindebrandmeister geleitet wird. Die satzungsmäßigen Organe der ehemaligen Gemeindefeuerwehren sind erhalten geblieben, auch werden die ortsspezifischen Eigenarten jeder Feuerwehr gewahrt. In der Gemeindefeuerwehr wurde eine Aufgabenverteilung vorgenommen, die sich an der vorhandenen Spezialisierung der Ortsfeuerwehren orientierte, zumal ja teilweise schon spezielles Gerät und Sonderfahrzeuge vorhanden waren. Für Heiligenrode ist neben dem örtlichen Brandschutz und kleinerer technischer Hilfeleistung, die Wasserversorgung (bedingt durch Schlauchwagen) als Schwerpunktaufgabe in der Gemeindefeuerwehr vorgesehen. Durch das erhebliche Wachstum an Wohnbebauung und Gewerbeansiedlung in der Gemeinde Stuhr seit 1974, sind, bedingt durch die Schwere und die Häufigkeit der Einsätze, auch die Anforderungen an die Freiwilligen Stuhrer Ortsfeuerwehren erheblich gestiegen. Diese gewachsenen Anforderungen an die Feuerwehr sind von den örtlichen Wehren im Alleingang nicht immer zu erfüllen, da alle Mitglieder ihren Feuerwehrdienst ehrenamtlich leisten. Aus heutiger Sicht, war die Bildung der Gemeindefeuerwehr Stuhr für alle Ortsfeuerwehren eine gute Sache. Im Bereich der Ausrüstung mit Fahrzeugen und Geräten konnte hier ein guter Standart erreicht werden, sowie in der Ausbildung und der Kameradschaftspflege und nicht zuletzt in der Nachwuchsförderung durch die Gemeindejugendfeuerwehr ist eine große, starke Gemeinschaft entstanden.
Die Feuerwehr Heiligenrode hat sich unter der Leitung des Ortsbrandmeisters Alfred Ehlers mit einem Tanklöschfahrzeug TLF8, einem Löschgruppenfahrzug LF8, einem Schlauchwagen (Eigenbau auf VW-Transporter), und mit einer 45 Mann starken Mannschaft in die Gemeindefeuerwehr Stuhr, eingebracht.

Am 11.August 1975 wurde das Tanklöschfahrzeug mit 3 Kameraden zu den bisher größten Waldbränden Niedersachsens in den Raum Eschede beordert. Die Kameraden und das Gerät sind heil und gesund zurück gekehrt. Bei den Waldbränden waren Feuerwehrleute aus weiten Teilen der Bundesrepublik im Einsatz.

Große Ereignisse standen an: Am 03.April 1976 feierte die Feuerwehr Heiligenrode ihr 75jähriges Bestehen mit einem Festakt und anschließendem Kameradschaftsfest im Klosterhof. Diesem offiziellen Fest folgte vom 03. – 05. September 1976 ein großes Jubiläumsfest mit Disco Abend, Rundfahrt der Stuhrer Feuerwehrfahrzeuge durch den Ort, Vorführungen, Jubiläumsball und Wettbewerbe der Wehren.
Die Sirenen wurden im Jahr 1977 mit Femwirkempfängern ausgestattet, um von der DRKLeitstelle in Syke (unsere damalige Funkzentrale), die 24 Stunden besetzt war, ausgelöst zu werden und somit den Alarmierungszeit erheblich zu verkürzen. Der Schlauchwagen (VWTransporter) hat zwischenzeitlich seine Zuverlässigkeit verloren. Aus diesem Grunde wurde ein gebrauchter Ford-Transit von der Gemeinde angekauft und von Mitgliedern der Wehr zu einem Schlauchwagen SW 1000 hergerichtet. In dem neuen SW 1000 sind 1000 m B-Schläuche im Stück gelagert (im alten waren 300 m ) und können im Fahren ausgelegt werden. Die Neulackierung und verkehrstechnische Umrüstung erfolgte in Fachwerkstätten. Am 20.Oktober 1977 konnte Ortsbrandmeister Alfred Ehlers die Schlüssel aus den Händen des Gemeindebrandmeister Günter Hägedom, der Sie von Bürgermeister Mehrens erhalten hatte, entgegennehmen. Alle Redner fanden lobende Worte für die erbrachte Eigenleistung beim Ausbau des Fahrzeuges. Mit diesem Fahrzeug wurde der Aktionsradius des Schlauchwagen wegen der größeren Schlauchmenge deutlich erweitert.

Positive Bilanz des Ortsbrandmeisters Alfred Ehlers nach 6 Jahre Ortsfeuerwehr Heiligenrode Zitat aus dem Weser Kurier vom 14.Dez.1979. „ Im Rückblick bekannte Alfred Ehlers, die anfängliche Skepsis, mit der man den Dienst aufgenommen habe, sei schnell gegenstandslos geworden . In ihrer Eigenschaft als „Unterbau“ der Gemeindefeuerwehr habe die Ortswehr bald erfahren, daß auch die Nachbarn nicht nur ihren eigenen Kirchturm sehen, sondern das große Ziel verfolgten, bei Bränden und anderen Einsätzen möglichst umfangreiche Hilfe zu leisten. Neue Aufgaben hätten vor allem auch junge Männer dazu bewogen, Mitglied in der Wehr zu werden. Nachwuchssorgen seien nun als behoben anzusehen. In der Öffentlichkeit habe das Ansehen der Freiwilligen Feuerwehren zugenommen, was sich in der Anerkennung der geleisteten Arbeit äußere.“

Auf der Jahreshauptversammlung am 12.Dezember 1979 stand turnusmäßig die Neuwahl des Ortsbrandmeisters an. Alfred Ehlers stand aus beruflichen Gründen nicht für eine zweite Amtszeit zur Verfügung. Die Versammlung wählte Rudolf Dahnken zum Ortsbrandmeister und Alfred Detken erneut zum stellvertretenden Ortsbrandmeister.

Für den technischen Fortschritt und die Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft der Heiligenroder Feuerwehr wurde 1981 die Neubeschaffung eines Löschgruppenfahrzeuges LF8 für 1982 in Aussicht gestellt. Im Oktober des Folgejahres wurde ein neues Fahrzeug bei der Firma Schlingmann in Dissen in Auftrag gegeben und konnte am 07.Apri1 1983, als Nachfolge des 1957 angeschafften LF8, offiziell der Feuerwehr übergeben werden.

Vom 09.-11. September 1983 war die Feuerwehr Gastgeber für das Heiligenroder Erntefest und dem Nordkreispokaltumier. ( Motto dieser Veranstaltung war: „801 Jahre Heiligenrode“. Auf der Jahreshauptversammlung am 07.12.83 mußte die Mitgliederversammlung einen neuen Ortsbrandmeister wählen, da der amtierende Gemeindebrandmeister Günter Hägedorn das Amt des Abschnittsleiters und stellvertretenden Kreisbrandmeisters übernimmt und der Heiligenroder – Ortsbrandmeister Rudolf Dahnken zum Stuhrer-Gemeindebrandmeister gewählt wurde. Die Versammlung wählte den bisherigen Stellvertreter Alfred Detken zum Ortsbrandmeister und Hermann Dierks zum stellvertretenden Ortsbrandmeister. Der Amtswechsel wurde mit einer kleinen Feierstunde im Rathaus Stuhr am 07.Februar 1984 vollzogen. In den Tagen vor Weihnachten 1983 gab es in Fahrenhorst einen Wettlauf zwischen einem Brandstifter und der Feuerwehr, was war dort geschehen? Am Sonnabend brannte der Reiterhof „Birkenhof‘ und rief 87 Feuerwehrleute aus 4 Stuhrer Feuerwehren zum Einsatz. Es wurde schon Brandstiftung vermutet. Am Sonntagmorgen brannte es schon wieder, was sich dann in immer kürzeren Abständen wiederholte, bis nach dem 5 Brand alles zerstört war. Mensch und Tier kamen nicht zu Schaden. Bei diesem Wettlauf war auch die Heiligenroder Feuerwehr mit 2 Einsätzen beteiligt.

Fazit: „Wenn’s einem Brandstifter gefällt, kann die Feuerwehr nicht dagegen laufen.“