Von 1953 bis 1962 übernahm Heinrich Lehmkuhl die Führung der Wehr als Gemeindebrandmeister. Auch unter seiner Führung stand die stetige Erweiterung und Erneuerung der Ausrüstung und Gerätschaften. Die Feuerwehr stellte 1956 einen Antrag an die Gemeinde zur Anschaffung eines Löschgruppenfahrzeuges LF8, weil das alte Fahrzeug altersschwach geworden war und der § 29 der Straßenverkehrsordnung (TÜV) in Kraft trat. Das vorhandene Fahrzeug war nicht mehr Verkehrssicher. Der Rat stimmte der Anschaffung eines neuen LF8 zu. Im Herbst 1957 wurde das Fahrzeug ( Opel-Blitz) zum Preis von knapp 17.000,- DM ausgeliefert. Der Landkreis und das Land gaben jeweils einen Zuschuß von 3.000,- DM . Die Tragkraftspritze (TS) fand jetzt ihren Platz im neuen LF8, somit konnte das alte Fahrzeug mit Anhänger verkauft werden.

Im Juni 1959 genehmigte der Rat den Ankauf einer neuen Balke-Tragkraftspritze mit VW-Motor. Die Flader-Spritze mit DKW-Motor von 1945 ging in Reserve. Es zeigte sich in den 50er Jahren der Gemeinderat großzügiger und spendierte auch gelegentlich Zuwendungen an die Kameradschaftskasse. Die stetige Vervollständigung der Ausrüstung führte zu einer erheblichen Verbesserung des Brandschutzes in Heiligenrode.
Unter anderem war Heiligenrode 1956 Gastgeber für über 1.200 Feuerwehrleute, die zum Kreisfeuerwehrtag in unseren Ort gekommen waren. Die Wettbewerbe fanden auf dem, zum Schluß sehr durchnäßten, Sportplatz im Walde und die anschließenden Feierlichkeiten in allen 3 Sälen der Gaststätten statt.
Als 1962 Heinrich Lehmkuhl die Wehr an den neuen Gemeinde Brandmeister Heinz Käting übergab, konnte er auf eine Zeit intensiver und kontinuierlicher Aufbauarbeit, sowie auf eine gute Feuerwehrzeit mit erfolgreichen Feuerwehreinsätzen, zurückblicken
Die Amtszeit des neuen Gemeindebrandmeisters war begleitet von einer schnelleren, technischen Entwicklung und einer stärker werdenden Anforderung an die Mitglieder der Feuerwehr. Um den Anforderungen besser gerecht werden zu können, wurde auf Antrag der Feuerwehr von der Gemeinde ein gebrauchter VW-Transporter angeschafft und von den Feuerwehrmitgliedern zu einem Schlauchwagen ausgebaut. In dem Schlauchwagen fand zunächst die in Reserve gestellte Fladerer-Motorspritze (TS) einen Platz. Auch wurde die Löschwasserversorgung, von 8 kleineren Löschbrunnen im Jahr 1945, stetig erweitert. Die im Schlauchwagen platzierte Tragkraftspritze gab langsam ihre Zuverlässigkeit auf und der Gemeindebrandmeister Käting wurde 1966 erneut bei der Gemeinde vorstellig, zur Beantragung einer Frontpumpe für das Löschgruppenfahrzeug (LF 8), diese wurde bereits 1961 beantragt und vom Gemeinderat abgelehnt. Diesen erneuten Antrag genehmigte der Rat und es wurde für das LF8 eine Frontpumpe gekauft und angebaut. Auf der Jahreshauptversammlung am 24. Februar 1967 wurde die Aufnahme von „Fördernde Mitglieder“ für einen Mindestjahresbeitrag von 12,- DM beschlossen. Die Herren Herbert Hackfeld und Johann Wehrenberg hatten ihren Beitritt als Erste bekundet. Bis zum heutigen Tage haben sich zahlreich Bürgerinnen und Bürger aus Heiligenrode und Umgebung, durch ihre Mitgliedeschaft, für die Förderung der Freiwilligen Feuerwehr Heiligenrode entschieden.
Im Landkreis Grafschaft Hoya hielt das Funkwesen bei den Feuerwehren seinen Einzug und die Wehr erhielt 1968 ein Funkgerät für das LF8. Es folgten in den nächsten Jahren ein Funkgerät für den Schlauchwagen, sowie ein tragbares Funkgerät. Die Technische- und auch die Wohnbauentwicklung ging unaufhörlich weiter und stellt an die Feuerwehren immer neue und größere Anforderungen. Es mußte die Schlagkraft der Wehr erhöht werden, deshalb beschloß das Feuerwehrkommando die Beschaffung eines Tanklöschfahrzeuges zu beantragen und begründete den Antrag mit der schnelleren Brandbekämpfung durch das in einem Tanklöschfahrzeug mitgeführte Wasser. Doch eine Anschaffung konnte noch nicht vollzogen werden, da die Unterbringung nicht möglich war. Denn es mußte erst eine Erweiterung des Feuerwehrhauses erfolgen, da ja nur eine gemeinsame Garage für das LF8 und den Schlauchwagen vorhanden waren. Einen Schulungsraum gab es auch noch nicht. Erfreulicher Weise konnte im Oktober 1969 mit dem Anbau von zwei Garagen und einem Schulungsraum begonnen werden. An den Baumaßnahmen beteiligten Feuerwehrkameraden mit 742 Stunden freiwilliger Arbeitsleistungen. Am 22. Oktober 1970 übergab Bürgermeister Rose die Schlüssel für die neuen Räume an die Wehr. Im Folgejahr beschäftigte sich der Gemeinderat dann mit der Beschaffung des bereits beantragten Tanklöschfahrzeuges.
Es wurde die Anschaffung eines TLF8 beschlossen, aber es sollte nicht vor Oktober 1972 geliefert werden. Die Lieferung erfolgte im Frühjahr 1973. Es waren 90.000,- DM für die Beschaffung veranschlagt worden, aber durch weitere zusätzliche Einrichtungen und Ausrüstungen kamen über 100.000,- DM heraus. Dennoch hat sich auch diese Investition für den Brandschutz als richtig erwiesen, denn das Tanklöschfahrzeug hatte seine Bewährungsprobe schon am 12. Juni 1973 bei einem Waldbrand in der Revierforst Fahrenhorst bestanden und später bei zahlreichen Einsätzen erfolgreich die Schadensbekämpfung unterstützt. Es ist heute nicht mehr wegzudenken.

Am 13. November 1972 überzogen orkanartige Stürme unsere Gemeinde und verursachten erhebliche Sturmschäden im Klosterwald, an den Straßen wurden zahlreiche Bäume entwurzelt und sehr viele Stromleitungen zerstört. Die Feuerwehr war mehrere Tage mit Aufräumungsarbeiten beschäftigt. Zudem brannte am 16.November um 21.45 Uhr die Scheune des Landwirts Meyer (Kosei) . Durch den Sturmschaden in dem Hofwald, war die Brandstelle teils nur über Stock und Stein zu erreichen, denn die Hofzufahrt von der Löschwasserstelle aus, war noch von umgestürzten Bäumen versperrt. Die Scheune mit Strohvorräten brannte leider bis auf die Grundmauern nieder. Trotz dieser erschwerten Bedingungen des Löscheinsatzes wurde kein Feuerwehrmann ernsthaft verletzt.

