Intensiver Übungstag an der NLBK in Loy

 

(nt) Am vergangenen Samstag, den 19.09.2026, hat die Ortsfeuerwehr Heiligenrode mit 17 Kameradinnen und Kameraden einen abwechslungsreichen Übungstag auf dem Gelände der NLBK (Niedersächsisches Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz) in Loy durchgeführt. Im Mittelpunkt standen drei realitätsnahe Einsatzszenarien, die Situationen aufgriffen, mit denen Feuerwehren im Einsatzalltag zunehmend konfrontiert werden. Neben den handwerklichen Fähigkeiten waren deshalb besonders Erkundung, Kommunikation, taktische Entscheidungen und das Zusammenspiel der Einsatzkräfte gefragt.

🚗 Verkehrsunfall mit Elektrofahrzeug
Automatische Notrufsysteme wie eCall gehören inzwischen bei immer mehr Fahrzeugen zur Serienausstattung und können nach einem Unfall selbstständig einen Notruf absetzen, auch wenn keine Kommunikation mit den Insassen möglich ist. Genau damit begann die erste Einsatzübung. Vor Ort stellte sich das verunfallte Fahrzeug als Elektrofahrzeug heraus. Neben der technischen Rettung mussten deshalb die Besonderheiten des Hochvoltsystems und mögliche Gefahren durch die Batterie erkannt, bewertet und während des Einsatzes überwacht werden.

🔥 Vom piependen Rauchmelder zum Wohnungsbrand
Seit der Einführung der Rauchwarnmelderpflicht gehören ausgelöste Heimrauchmelder regelmäßig zum Einsatzgeschehen der Feuerwehren. Nicht immer ist bei der Alarmierung bereits klar, ob tatsächlich ein Brand vorliegt. In unserem Szenario wurde ein Nachbar nachts durch das Piepen eines Rauchmelders geweckt, konnte dessen Ursprung jedoch nicht eindeutig lokalisieren. Nach der neuen AAO (Alarm- und Ausrücke Ordnung) rückte zunächst ein Fahrzeug zur Lagefeststellung aus. Vor Ort entwickelte sich die Lage von F1 (Kleinbrand) zu F2Y (Brand in Wohngebäude mit Menschenleben in Gefahr). Eine verschlossene Wohnungstür musste durch Ziehen des Schließzylinders geöffnet werden. Nullsicht und die tatsächliche Geräuschkulisse der piependen Rauchmelder machten Orientierung, Kommunikation und Personensuche zusätzlich anspruchsvoll.

🔋 Kellerbrand nach Defekt eines PV-Batteriespeichers
Photovoltaikanlagen und die dazugehörigen Batteriespeicher finden sich in immer mehr Wohngebäuden. Dadurch müssen sich Einsatzkräfte künftig auch mit den daraus entstehenden besonderen Gefahren auseinandersetzen. In der dritten Übung wurde der Brand eines PV-Batteriespeichers im Keller angenommen. Ein Bewohner, der selbst nach der Ursache sehen wollte, wurde im Keller vermisst. Gleichzeitig machten sich weitere Personen im 1. und 2. Obergeschoss bemerkbar. Da der verrauchte Treppenraum als sicherer Rettungsweg ausfiel, mussten mehrere Menschenrettungen und der Atemschutzeinsatz parallel organisiert und koordiniert werden.

Nach einem langen Übungstag nehmen wir viele neue Eindrücke und Erfahrungen mit. Es konnten Einsatztechniken vertieft, unterschiedliche Vorgehensweisen ausprobiert und die Zusammenarbeit unter realitätsnahen Bedingungen trainiert werden – und natürlich kam auch der Spaß nicht zu kurz.

Vielen Dank an alle Beteiligten für einen gelungenen Übungstag! 🚒