Einsatzzahlen in 2023 stiegen auf einen neuen Höchstwert für die Ortsfeuerwehr Brinkum

Brinkum. Als Gäste begrüßte Ortsbrandmeister Thomas Erdt, neben 58 anwesenden Feuerwehrmitgliedern, die 1. Gemeinderätin Bettina Scharrelmann, Kreisbrandmeister Michael Wessels, Abschnittsleiter Hartmut Specht, Gemeindebrandmeister Michael Kalusche sowie den Gemeindejugendfeuerwehrwart Jens Kleemeyer.

Nach den Begrüßungen begann die Versammlung mit dem Jahressrückblick auf das Jahr 2023.

Ein Jahr, das uns sehr gefordert hat. Aber auch ein Jahr, dem man viel Positives abgewinnen konnte. So die einleitenden Worte des Ortsbrandmeisters Thomas Erdt. Bei 176 Einsätzen ist die Ortsfeuerwehr im vergangenen Jahr gefordert gewesen. Im Landkreis ein Spitzenwert. Diese Zahlen bedeuten nicht nur viele Einsatzstunden, sie bedeuten auch einen hohen Zeitansatz für die Ausbildung.

Die Brandeinsätze beliefen sich auf insgesamt 48, die sich in 43 Entstehungs- und Kleinbrände sowie 5 Mittel- und Großbrände aufteilten. Oft handelte es sich um Fahrzeugbrände, Hecken- und Müllbrände oder Entstehungs- und Kleinbrände im Zusammenhang mit ausgelösten Brandmeldeanlagen. Größere Einsätze waren zu den Jahreswechseln ein Gebäudebrand und ein Zimmerbrand. Weitere Einsätze betrafen einen Dachstuhlbrand sowie einen Einsatz der Drehleitereinheit in Twistringen.

Das Thema Hilfeleistungen hat mit 86 Einsätzen wieder den größten Anteil am Einsatzgeschehen ausgemacht. Dabei lassen sich die Hilfeleistungen in verschiedene Kategorien unterteilen.  Zur Unterstützung des Rettungsdienstes oder der Polizei wurde die Ortsfeuerwehr 22-mal hinzugerufen. Dabei handelte es um sich Tragehilfen mit und ohne Drehleiter, Türöffnungen, Person droht zu springen oder Unterstützung bei Reanimationen. Hierbei kommt der Ortsfeuerwehr zugute, dass 14 Kräfte ausgebildete Rettungs- oder Notfallsanitäter sind.

Gefahrguteinsätze oder Gasaustritte waren an 20 Einsatzstellen abzuarbeiten. Erwähnenswert, ist ein Einsatz nach einem Einbruch in eine Arztpraxis, bei welchem das Treppenhaus mit einem unbekannten Stoff verunreinigt wurde.

Auch das Thema Wasser und Sturm hat die Feuerwehr wieder gefordert. Beim Wasser jedoch nicht erst das Hochwasser zu Weihnachten, sondern bereits ein Starkregenereignis im Juni. Hier waren vielen Keller vollgelaufen. Auch musste über die Drehleiter von einem Fermenter einer Biogasanlage Wasser abgepumpt werden. Bei einigen Sturmeinsätzen wurden Äste aus Bäumen entfernt. Insgesamt fielen hier 24 Einsätze an.

Ein weiterer Schwerpunkt waren wieder 12 teilweise schwere Verkehrsunfälle. Kurios ein auf dem Dach liegender Mini in einer 30er Zone. Aber auch mehrere schwere Auffahrunfälle auf der Autobahn sowie das Ausleuchten von Unfallstellen fallen unter diesen Punkt.

Weitere Hilfeleistungen betrafen beispielsweise in einen Aufzug eingeschlossene Personen oder eine Person, die in den Fußboden eingebrochen war

Die Anzahl der Fehlalarme blieb auf Vorjahresniveau. Insgesamt 34-mal haben Brandmeldeanlagen bzw. Rauchmelder in Privatwohnungen ohne erkennbaren Grund ausgelöst. Auch acht Brandsicherheitswachen wurden durchgeführt.

Bei 28 der genannten Einsätze handelte es sich um eine nachbarschaftliche Hilfe und 13 der Einsätze betrafen die Autobahn 1.

Um diese Einsätze abarbeiten zu können, kann die Ortsfeuerwehr auf 73 aktive Mitglieder, davon 6 Frauen, zurückgreifen. Insgesamt konnten 10 Mitglieder, davon 9 Quereinsteiger neu aufgenommen werden. Durch einen Wohnortwechsel haben leider auch sechs Mitglieder die Ortsfeuerwehr verlassen müssen. Weitere 37 Kinder und Jugendliche sind Mitglieder in der Jugendfeuerwehr und 15 Mitglieder gehören der Altersabteilung an.

Für die Einsätze stehen insgesamt 34 Atemschutzgeräteträger, 21 davon mit einer Zusatzqualifikation für das Tragen von Chemikalienschutzanzügen, zur Verfügung. Als Zusatzaufgabe auf Kreisebene sind diese CSA-Träger auch Bestandteil des Fachzuges ABC Nord im Landkreis Diepholz.

An insgesamt 47 Ausbildungsdiensten sowie weiteren 15 Sonderdiensten für technische Hilfe, Atemschutz und Drehleiter fand die Weiterbildung auf Ortsebene statt. Auf Landes- und Kreisebene wurden 29 Lehrgänge besucht.

Die Gemeinde investierte auch im Jahr 2023 wieder in großem Umfang in die Ausstattung und Ausrüstung der Feuerwehr. Insbesondere wurden Gerätschaften für die technische Hilfe ergänzt und die persönliche Schutzausrüstung verbessert. Die Ortsfeuerwehr darf sich über die Bestellung eines Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug 20 freuen. Dieses Fahrzeug wird den Fuhrpark zukünftig schlagkräftig ergänzen.

Ein weiterer Punkt wurde in diesem Zusammenhang durch den Ortsbrandmeister angesprochen. Durch die Umstrukturierung der Kreisfeuerwehrbereitschaften wird der Landkreis den in Brinkum stationierten Kommandowagen abziehen. Somit wird das Führungsfahrzeug der Ortsfeuerwehr fehlen. Es wurde nochmals auf die Notwendigkeit der Beschaffung eines solchen Fahrzeuges hingewiesen. Allein im letzten Jahr war das Fahrzeug bei 120 Einsätzen beteiligt.

Neben vielen kleinen Veranstaltungen, gab es im vergangenen Jahr auch zwei Großveranstaltungen am Feuerwehrhaus. So fand am 03. September der Tag der Feuerwehr statt. Insgesamt ca. 5.000 Besucher konnten sich auf dem Gelände rund ums Feuerwehrhaus bei bestem Wetter mehr als 50 verschiedene Einsatzfahrzeuge und Sondergerätschaften anschauen. Verschiedene Übungen und Vorführungen sorgten hier für einen spannenden Tag. Auch das Osterfeuer hat für viele Gäste neben dem Feuerwehrhaus gesorgt.

Mit einer ganzen Reihe an Dankesworten endete der Bericht des Ortsbrandmeisters. Insbesondere dankte er auch seinem Stellvertreter Rolf Wiechmann für die sehr gute Zusammenarbeit.  

Marvin Frost, als erster Gerätewart der Ortsfeuerwehr, berichtete zudem über behobene, kleinere Mängel an den Fahrzeugen und größere Defekte im Feuerwehrhaus, wie zum Beispiel den zufällig bemerkten Stromausfall. Ganz besonders dankte er der Mannschaft für ihre permanente Unterstützung des Teams der Gerätewarte.

Der Jugendwart Dennis Spörhase berichtete für die Jugendfeuerwehr Brinkum/Stuhr und Jens Kleemeyer als Gemeindejugendfeuerwehrwart über die Mitgliederzahlen auf Orts- und Gemeindeebene, sowie verschiedenste Aktivitäten der Jugendfeuerwehren. Sehr gefreut hat man sich über das Zeltlager auf Kreisebene, welches in der Gemeinde Weyhe stattgefunden hat.

Gemeindebrandmeister Michael Kalusche sprach über weitere Themen aus dem Feuerwehrbedarfsplan, insbesondere über die Fortschritte der einzelnen Arbeitsgruppen auf Gemeindeebene. Aber auch das Thema Hochwasser wurde von Ihm angesprochen, wobei einige Eckdaten zu den verbauten Sandsäcken genannt wurden.

Frau Scharrelmann überbrachte als erste Gemeinderätin der Gemeinde Stuhr den Dank der Verwaltung und des Rates, für die ehrenamtlich geleistete Arbeit im ablaufenden Jahr. Ganz besonders betonte Sie hierbei die Bereitschaft um die Weihnachtstage und Silvester, bezüglich der Hochwasserlage in der Gemeinde. Auch auf die Aktivitäten der Verwaltung im Zusammenhang mit der Umsetzung des Feuerwehrbedarfsplanes wurde eingegangen. Vieles sei angestoßen und auch bereits umgesetzt worden.

Kreisbrandmeister Michael Wessels überbrachte in seiner Rede ein großes Lob der Kreisfeuerwehr-Führung, für die umfangreiche Durchführung des „Tag der Feuerwehr“ im Sommer. Zu dem berichtete er ausführlich über die Einsatzzahlen im Kreisgebiet und betonte hierbei ganz besonders die außergewöhnliche Situation im Zeitraum des Hochwassers im Landkreis Diepholz.

 

Überblick zu Ernennungen, Ehrungen und Verabschiedungen

 

Folgende Ernennungen wurden durchgeführt:

Behnje, Leon              Feuerwehrmann

Kruse, Pascal Andre  Feuerwehrmann

Wohnig, Finn              Feuerwehrmann

Amelang, Nils             Oberfeuerwehrmann

Müller, Jan Robin       Oberfeuerwehrmann

Ravens, Louis            Oberfeuerwehrmann

Frost, Marvin              Hauptfeuerwehrmann

Gehle, Adrian             Hauptfeuerwehrmann

Erdt, Patrick                Hauptfeuerwehrmann

Wahlers, Nico             Löschmeister

Meinen, Christian       Oberlöschmeister

 

Folgende Ehrung wurde durchgeführt:

Specht, Hartmut         40-jährige Dienstzeit

 

Folgende Danksagungen wurden durchgeführt:

Bösselmann, Jens      Vorsitzender Förderverein Ortsfeuerwehr Brinkum

Tinnemeyer, Cord      Stellv. Vorsitzender Förderverein Ortsfeuerwehr Brinkum (nicht anwesend)

Nach 21 Jahren (Gründungsdatum Förderverein 27.10.2002) geben beide ihre Ämter in jüngere Hände ab. Zukünftig wird der Förderverein durch Adrian Gehle und Ronja Gartelmann geführt.

 

Verabschiedung:

Tim Wiechmann wurde als Gruppenführer verabschiedet. Durch einen Wohnortwechsel hat er die Ortsfeuerwehr verlassen.

 

Nach gut 3,5 Stunden beendete Ortsbrandmeister Thomas Erdt die Jahreshauptversammlung und wünschte allen Anwesenden, auch im Namen seines Stellvertreters Rolf Wiechmann, noch einen schönen gemeinsamen Abend.