Brinkum-(cm). Am Freitagabend um 19:00 Uhr konnte Ortsbrandmeister Thomas Erdt die Mitglieder der Ortsfeuerwehr Brinkum sowie die Gäste zur Jahreshauptversammlung begrüßen.

Zu den Gästen zählten unter anderem Fachbereichsleiter Bürgerservice, Verkehr & Feuerwehr Hartmut Martens, Abschnittsleiter Nord Hartmut Specht, Gemeindebrandmeister Michael Kalusche sowie Gemeindejugendfeuerwehrwart Cord Tinnemeyer.

Auf ein sehr einsatzreiches Jahr konnte Thomas Erdt in seinem umfangreichen Jahresbericht zurückblicken. Im Jahr 2018 hatten die Einsatzkräfte 163 Einsätze zu bewältigen. Dieses sind soviele wie nie zuvor in der Geschichte der OrtsfeuerwehrDie Brandeinsätze sind im vergangenen Jahr deutlich angestiegen. Insgesamt 50 Einsätze, die sich in 33 Kleinbrände, 11 Mittel- und 6 Großbrände aufteilen, sind angefallen. Bei den Kleinbränden handelte es sich um Mülltonnen- und Fahrzeugbrände, sowie weitere Entstehungsbrände. Bei den Mittelbränden mussten die Kräfte zu Zimmer- und Gebäudebränden, sowie zu nachbarschaftlichen Löschhilfen ausrückenAuch sechs Großbrände haben die Kräfte beschäftigt. Im eigenen Ortsteil der Brand einer Tischlerei und in Stuhr ein Gebäudebrand, verursacht durch eine brennende Mülltonne. Zwei weitere Gebäudebrände betrafen ein Mehr- und ein Einfamilienhaus in Weyhe. Ein ausgedehnter Bahndammbrand in Syke sowie die Bereitstellung des Kommandowagens bei einem großen Moorbrand.

Neben den Brandeinsätzen mussten 76 Hilfeleistungseinsätze abgearbeitet werden. Allein 34-mal musste die Ortsfeuerwehr zu Unfällen mit Personenschäden oder zur Unterstützung des Rettungsdienstes bei medizinischen Notfällen zu Einsätzen auf die Bundesautobahn 1 ausrücken. Bei den technischen Hilfeleistungen auf der Autobahn handelte es sich um leichte und schwere Auffahrunfälle, mit teilweise mehreren LKW oder PKW. Teils waren die Fahrer über längere Zeit schwer eingeklemmt und wurden in dieser Zeit von Brinkumer Kameraden mit rettungsdienstlicher Ausbildung während der Rettung medizinisch versorgt. Über 30 Personen wurden bei Unfällen auf der Autobahn mit der Drehleiter über die neuen höheren Leitplanken ins Baufeld geholt und dem Rettungsdienst übergeben. Bei den weiteren 42 Hilfeleitungen verschiedenster Art, ging es um die Beseitigung von Sturmschäden, Unterstützung des Rettungsdienstes, erstmals wurde auch eine Reanimation durch die Feuerwehr unterstützt. Eine bunte Palette weiterer Einsätze, wie z.B. Personensuchen, Befreien aus Fahrstuhl, Keller unter Wasser, auslaufender Kraftstoff sowie eine Kleintierrettung mussten abgearbeitet werden. Besonders zeitintensiv war der Pulverfund in Briseck. Auch 31 Fehlalarme gehörten im letzten Jahr dazu, diese sind oftmals durch automatische Brandmeldeanlagen oder Heimrauchmelder verursacht worden. Zusätzlich wurden vier Brandsicherheitswachen bei verschiedenen Veranstaltungen sowie zwei Einsatzübungen durchgeführt.

Um für die Einsätze entsprechend gerüstet zu sein wurden von den aktiven Feuerwehrmitgliedern diverse Ausbildungsdienste absolviert. Zu den 29 regulären Übungsdiensten kamen zahlreiche Sonderdienste für Drehleitermaschinisten und Atemschutzgeräteträger. Darüber hinaus besuchten die Kameraden der Ortsfeuerwehr Brinkum 50 Lehrgänge auf Gemeinde-,Kreis- bzw. Landesebene. Als weiteren Punkt berichtete Thomas Erdt über die Ersatzbeschaffung des Tanklöschfahrzeuges. Die Lieferung des neuen LF20 wird vorrausichtlich im März dieses Jahres erfolgen.

Vier junge Kameraden konnten aus der Jugendfeuerwehr übernommen werden. Sullivan Hansen, Finn Bösselmann, Alexander Urlacher und Marvin Frost werden zukünftig die Einsatzabteilung unterstützenDas wirkt sich auch gleich auf den Altersdurchschnitt der Ortsfeuerwehr aus, so Erdt. Der liegt nun bei 38,9 Jahren und ist gegenüber dem Vorjahr deutlich gesunken. In diesem Zusammenhang sprach Thomas Erdt die Schwierigkeit in Bezug auf Wohnraum im Brinkumer Ortsteil an. Wir haben viele junge Kameraden in unserer Feuerwehr mit einem sehr guten feuerwehrtechnischen Ausbildungsstand. Einige wohnen noch bei ihren Eltern, andere überlegen eine Familie zu gründen oder mit ihrem Partner zusammen zu ziehenBei den aktuellen Immobilienpreisen, ganz egal ob Miete oder Kauf für viele Normal- und Geringverdiener kaum oder auch gar nicht zu leisten. Und es ist zu erkennen, dass der Trend sich weiter ins Negative entwickelt. Erstmals werden in 2019 Funktionsträger die Feuerwehr durch einen preisbedingten Wohnortwechsel verlassen. Rechtzeitig müssen durch die Gemeinde Voraussetzungen geschaffen werden, damit wir auch in Zukunft genügend Mitglieder in den Feuerwehren haben, die auch hier leben. Nur so können wir unsere Aufgaben erfüllen, so Erdt weiter. Gemeindebrandmeister Michael Kalusche bestätigte den Trend auch in anderen Stuhrer Ortsfeuerwehren. Hartmut Martens hatte aufmerksam zugehört und versprach das Thema im Rathaus zu diskutieren. 

Jugendfeuerwehrwart Dennis Spörhase zeigte mit einer Bildershow die Aktivitäten der Jugendlichen im vergangenen Jahr Gemeindebrandmeister Michael Kalusche berichtete von Einsätzen der Gemeinefeuerwehr, sowie von den anstehenden Fahrzeugbeschaffungen für die Ortsfeuerwehr Groß Mackenstedt und Brinkum und den damit verbundenen Schwierigkeiten, die letztlich zu den verspäteten Auslieferungen führen werden. Gemeindejugendfeuerwehrwart Cord Tinnemeyer berichtete von Aktivitäten und Veranstaltungen der Gemeindejugendfeuerwehr sowie über die Neuanschaffung eines Kleinbusses für die Jugendfeuerwehren der Gemeinde. Das aktuelle Fahrzeug wird in einem anderen Fachdienst weiter Verwendung finden, erklärte Tinnemeyer. Fachbereichsleiter Hartmut Martens überbrachte die Grüße und den Dank aus dem Rathaus. Die Gemeinde verstehe sich als Partner der Feuerwehr und die gelte auch bei kritischen Themen, die wie in der Vergangenheit auch gemeinsam angepackt werden

Celia Bramkamp wurde anschließend von Thomas Erdt zur Feuerwehrfrau ernannt, Patrick Erdt und Adrian Gehle zum FeuerwehrmannLeo Hilbers ist nach Abschluss der notwendigen Lehrgänge nun Oberfeuerwehrmann, Jannik Wendt Hauptfeuerwehrmann und Patrick Menke Erster Hauptfeuerwehrmann. Michael Kalusche beförderte Fabian Löhmann zum Oberlöschmeister und Janek Eggers zum Hauptlöschmeister. Hartmut Specht übernahm nach seinen Grußworten der Kreisfeuerwehr die Ehrung von Marcel Drettmann für 25 Jahre, Ralf Harmann-Winkler für 40 Jahre und Ewald Sittauer für 50 Jahre Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr. Hartmut Martens überreichte den Jubilaren jeweils ein Geschenk der Gemeinde in Anerkennung der Verdienste.