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Stuhr (ct) - Pünktlich um 19:30 Uhr eröffnete Ortsbrandmeister Rainer Troue die Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Stuhr.

Die Ortsfeuerwehr Stuhr besteht aktuell aus 67 Mitgliedern in der Einsatzabteilung.

Davon 62 Männer und 5 Frauen. Zusätzlich kommen noch 13 Alterskameraden, 16 Mitglieder der Jugendfeuerwehr und 72 fördernde Mitglieder hinzu, was eine Gesamtmitglieder von 168 ergibt.

Troue berichtete von insgesamt 94 Einsätzen, zu denen die Ortsfeuerwehr Stuhr im Jahr 2017 ausrücken mußte. Davon waren 25 Brandeinsätze. Mit 65 Einsätzen entfiel der deutlich größere Anteil auf technische Hilfeleistungen. Vor allem ausgelöst durch Sturmschäden nach den Sturmtiefs Xavier und Sebastian im vergangenen Herbst. Des Weiteren gab es drei Fehlalarme und eine Brandsicherheitswache.

Zu bemerken ist auch die steigende Zahl der Alarmierungen durch piepende private Rauchmelder, die ja seit einigen Jahren gesetzlich vorgeschrieben sind. Um Fehlauslösungen und damit auch die Alarmierung der Feuerwehr zu vermeiden, ist die regelmäßige Pflege und Wartung sehr wichtig. Hierzu sollte die Batterie je nach Modell einmal im Jahr gewechselt werden.

Durch die Mitglieder wurden im Jahr 2017 insgesamt 60 Lehrgänge zur Aus- und Fortbildung an der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Barrien, der Niedersächsischen Akademie für Brand- und Katastrophenschutz in Loy und Celle und auf Gemeindeebene besucht. Die drei Löschfahrzeuge der Ortsfeuerwehr legten im vergangenen Jahr 5102 Kilometer auf Einsatz- und Dienstfahrten zurück.

Einmal im Jahr muss die Feuerwehr alle 67 Löschwasserbrunnen im Ausrückegebiet auf Funktionsfähigkeit prüfen, da diese vom Grundwasser abhängig sind und versiegen können. Hierzu muss das Wasser mit einer Pumpe angesaugt werden. Seit ein paar Jahren erfolgt das in einer Gemeinschaftsaktion an einem Samstagvormittag im Herbst gemeinsam mit den Alterskammeraden. Rainer Troue bemängelte das teilweise fehlende Verständnis in der Bevölkerung über zu laute Pumpen oder laufende Motoren der Feuerwehrfahrzeuge. Immer wieder käme es zu Beschwerden und Unverständnis für diese zwingend nötige Aufgabe zur Sicherung des Brandschutzes, damit bei einem Feuer auch immer ausreichend Löschwasser zur Verfügung steht.

 

Wahlen:

Thomas Bredemeier wurde von der Mehrheit der Anwesenden zum Zugführer gewählt. Da er bis dahin Gruppenführer der zweiten Gruppe war, musste für ihn ein Nachfolger bestimmt werden. Hierzu wurde Jonas Witte gewählt.

Wiedergewählt wurde Heidrun Troue in das Amt der Schriftführerin, Uwe Banach in das Amt des Brandschutzerziehungsbeauftragten und Norbert Redent zum Atemschutzwart. 

 

Beförderungen:

Joyce Sanders wurde zur Feuerwehrfrau und Sebastian Wellhausen zum Feuerwehrmann befördert. Tessa Koseck wurde zur Oberfeuerwehrfrau ernannt. Den Dienstgrad Hauptfeuerwehrmann tragen ab sofort Daniel Sauerberg, Uwe Wendt, Malte Jacobs und Kai Simmet.

Der Gruppenführer Henning Meyer wurde vom Gemeindebrandmeister Michael Kalusche zum Hauptlöschmeister befördert. Der bereits im vergangenen Jahr zum stellvertretenden  Ortsbrandmeister gewählte Torsten Strauß hat nun alle für das Amt nötigen Lehrgänge erfolgreich absolviert und konnte daher zu Brandmeister befördert werden.

 

Ehrungen:

Für 40 Jahre Mitgliedschaft in der Feuerwehr wurde Carsten Bergmann geehrt. Seit mittlerweile 18 Jahren betreut er als Kassenwart die Finanzen der Ortsfeuerwehr.

Für 60 Jahre Mitgliedschaft wurde Lothar Kleinschmidt geehrt. Er war lange Jahre stellvertretender Ortsbrandmeister in Stuhr und gehört mittlerweile seit einigen Jahren der Altersabteilung an. Er war damals vor über 50 Jahren beim verheerenden Flugzeugabsturz im Jahre 1966 einer der ersten Kräfte am Einsatzort.

 

Neuaufnahmen:

Übergetreten aus der Jugendfeuerwehr wurden Roger Strauß und Alexander Schefter neu aufgenommen. Als Quereinsteiger wurde Florian Buß ebenfalls aufgenommen.

 

Bericht des Gemeindebrandmeisters:

Michael Kalusche berichtete, dass es im Jahr 2017 eine Gesamtzahl von 424 Einsätzen in der Gemeinde Stuhr zu verzeichnen gab. 260 davon waren technische Hilfeleistungen, wobei der Großteil auf die Sturmeinsätze im vergangenen Herbst und auf Einsätze im Baustellenbereich der Autobahn entfiel. Hierzu war bereits Ende 2016 ein spezielles Einsatzkonzept entwickelt worden, um eine schnelle Hilfeleistung trotz schwieriger Zugänglichkeit durch enge Fahrstreifen und Baustellenbetrieb sicherzustellenden. 

Aktuell besteht die Gemeindefeuerwehr Stuhr aus 343 aktiven Einsatzkräften.

Neuigkeiten gab es auch zum schon länger andauernden Thema der digitalen Alarmierung. Aktuell laufe die Ausschreibung des Landkreises zur Einrichtung der nötigen Infrastruktur und der neuen Meldeempfänger. Ziel sei es einen ersten Probebetrieb Ende 2018 durchführen zu können.

Er berichtete auch von den Plänen der Landesregierung die Altersgrenze für Einsatzkräfte von heute 63 auf 67 Jahre anzuheben, was innerhalb der Feuerwehr durchaus kontrovers diskutiert wird. Bis die finale Entscheidung der Regierung feststeht, wird in der Gemeinde Stuhr so verfahren, dass wenn ein Feuerwehrmann noch über das 63 Lebensjahr hinaus am aktiven Dienst und Einsätze teilnehmen möchte, die körperliche Fitness und Gesundheit durch einen Arzt bestätigt werden muss.

 

Bericht des Abschnittsleiters:

Hartmut Specht überbrachte das Grußwort der Kreisfeuerwehr. Neben seinem besonderen Dank an die Jubilare für ihre zusammen 100 Jahre Mitgliedschaft in der Feuerwehr ging sein Dank auch an die Gemeindeverwaltung, die sehr kooperativ mit dem Landkreis bei der Beschaffung der neuen Meldeempfänger für den Digitalfunk zusammenarbeitet. Er berichtete auch vom fertig gestellten Anbau an der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Barrien, in die im letzten Sommer auch das Tierseuchenbekämpfungszentrum eingezogen ist. Neben dem Gebäude wurde auch der Fahrzeugpark erneuert und erweitert. Ab sofort steht hier nun auch ein Wechselladerfahrzeug für die logistische Versorgung bei Einsätzen im Landkreis zur Verfügung.

Auch beim Thema Wettbewerbe gibt es Neuerungen. Diese sollen ab diesem Jahr nicht mehr Wettbewerbe, sondern Leistungsvergleich heißen. Auch eine Reform des dazugehörigen Bewertungssystems soll die Teilnahme wieder attraktiver machen und eine hohe Beteiligung der Feuerwehren im Landkreis sichern.

Bevor der offizielle Teil der Sitzung um 23:15 Uhr beendet werden konnte, berichteten noch der Jugendfeuerwehrwart Tim Lorentz von den Aktivitäten der Jugendfeuerwehr Brinkum/Stuhr und der Gemeindejugendfeuerwehrwart Cord Tinnemeyer von den insgesamt 93 Jugendlichen, die aktuell Mitglieder in den drei Jugendfeuerwehren der Gemeinde Stuhr sind.

Am Ende überbrachte noch der Erste Gemeinderat Ulrich Richter die Grüße von Rat und Verwaltung. Er lobte den hohen Einsatz, mit dem sich alle Mitglieder auf ehrenamtlicher Basis einbringen.